Folsäure in der Schwangerschaft

Folsäure ist wichtig in der Schwangerschaft. Das Vitamin schützt das Ungeborene vor Neuralrohrdefekten.
Von Rosa Schneider
Folsäure ist in der Schwangerschaft sowohl für die werdende Mutter als auch für die Entwicklung des Ungeborenen unabdingbar. Trotzdem nehmen viele Frauen während der Schwangerschaft nicht genügend Folsäure zu sich. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) empfiehlt Frauen während ihres ersten Schwangerschafts-Trimesters, 400 Mikrogramm Folsäure am Tag aufzunehmen.

So wichtig ist Folsäure

Folsäure ist die synthetische Form von Vitamin B9 und kommt in dieser Form weder im Körper noch in der Nahrung vor. Der Name Folsäure stammt vom lateinischen Wort folium (das Blatt) ab. Dies geschah in Anlehnung an Spinatblätter, da es bei Spinat erstmalig gelungen war, dieses Vitamin zu isolieren. Vitamin B9 hat wichtige Aufgaben: Er wirkt beispielsweise bei der Bildung der Blutkörperchen und der Schleimhautzellen mit. Außerdem ist es notwendig beim Aufbau der Erbsubstanzen DNS und RNA sowie bei der Aufrechterhaltung des Eiweißstoffwechsels. Während der Schwangerschaft ist Vitamin B9 zudem für das Wachstum des mütterlichen Gewebes von Bedeutung. Bei einem Folsäuremangel kann es beim Embryo zu Neuralrohrdefekten kommen.

Folsäuremangel - Gefahr von Neuralrohrdefekten

Bei einem Folsäuremangel während der Schwangerschaft kann es zu Neuralrohrdefekten kommen. Darunter werden diejenigen Fehlbildungen verstanden, bei denen es während des Wachstums des Embryos zu einem unvollständigen Verschluss des Neuralrohrs gekommen ist. Das Zeitfenster für dieses embryonale Entwicklungsstadium liegt zwischen dem 22. und 28. Schwangerschaftstag. Zu den häufigsten Neuralrohrdefekten gehören beispielsweise der offene Rücken oder die Anenzephalie . Bei Erwachsenen führt ein Folsäuremangel ebenfalls zu Beschwerden. Zu diesen zählen zum Beispiel Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Depressionen oder Atembeschwerden.