Sex - ungestört trotz Kind

Viele Eltern fühlen sich in ihrem Liebesleben gehemmt, weil sie stets befürchten, dass sie von einem ihrer Kinder überrascht werden könnten. ellviva zeigt, wie Sie Ihr Liebesleben trotz Kind lebendig halten.
Von Miriam Osten

„Jetzt lieber nicht. Psst. Ich glaube die Kleine wird wach.“ Wie oft haben Sie so etwas schon gehört oder auch selbst geflüstert? Und immer ausgerechnet dann, wenn aus einem erregenden Vorspiel gerade tatkräftiger Sex werden sollte. 

Sex - früher im geteilten Schlafraum

In früheren Epochen war es selbstverständlich, dass ganze Familien einen einzigen Schlafraum teilten. Und natürlich ist das Liebesleben in dieser Situation nicht zu verbergen. Für heutige Eltern sind solche Umstände absolut undenkbar. Sie beanspruchen selbstverständlich ihre Privatsphäre. Und auch Kinder möchten nicht mit der Sexualität ihrer Eltern konfrontiert werden. Es ist bekannt, dass sie ziemlich verstört reagieren können, wenn sie ihre Eltern in einer intimen Lage überraschen. Kleinere Kinder reagieren dann häufig verängstigt, weil sie noch nicht verstehen, was sie da gesehen haben. Ältere finden solche Einblicke meist extrem peinlich. Sie entdecken gerade ihre eigene Sexualität, betrachten ihre Eltern aber als asexuelle Wesen.

Sex: Kinder sensibilisieren - aber wie?

Es ist gar nicht so schwer, Kindern verständlich zu machen, dass auch Eltern Zeit für sich brauchen. Erklären Sie den Kids, dass es bestimmte Zeiten gibt, in denen sie nicht gestört werden möchten - zum Beispiel der Sonntagmorgen. Dazu sollten Sie mit Ihren Kindern über Ihr Bedürfnis nach Ungestörtheit reden. Fragen Sie auch, ob die Kinder diesen Wunsch aus eigener Erfahrung kennen. Wichtig für einen gegenseitigen rücksichtsvollen Umgang ist zudem, dass Sie Ihr Kind und natürlich sich selbst ans Anklopfen gewöhnen. Wenn Sie das Zimmer Ihres Kindes betreten, fragen Sie ruhig gelegentlich, ob Sie vielleicht stören. Falls das so sein sollte, ziehen Sie sich zurück - so wie Sie es im umgekehrten Fall auch von Ihrem Sprössling erwarten.

Sex: Privatsphäre schaffen - aber wo?

Guter Sex macht glücklich und ist für das Gelingen moderner Beziehungen oft entscheidend. Also werden Sie kreativ bei der Wahl der Orte für Schäferstündchen. Wenn Ihr Kind gerne im Elternbett einschläft: kein Problem. Denn dann haben Sie ja den Rest des Hauses vom Keller bis zum Dachboden für sich. Haben Sie's da schon mal gemacht? Wenn Ihr Kind tief in der Nacht zu Ihnen ins Bett kriecht: auch kein Problem. Schließlich haben Sie vorher Zeit für Ihre erotischen Aktivitäten. Auch tagsüber finden Sie sicher im Bad, in der Besenkammer, auf dem Balkon, im Keller oder Gartenhäuschen die passenden zwei Quadratmeter für eine schnelle lustvolle Begegnung.

Erotik - aber wann?

Der Tag hat 24 Stunden. Auch als Sie sich damals ineinander verliebt haben war das nicht anders. Der Rest ist eine Frage der Prioritäten. Also entscheiden Sie sich. Was ist Ihnen wichtiger: Der Sonntagskrimi oder ein guter Orgasmus? Zwei Stunden Bettwäsche bügeln oder zwei Stunden Partnermassage? Nehmen Sie sich Zeit für Sex. Und wenn Sie dann gelegentlich zu wenig Schlaf hatten: Was soll's, sie werden sich trotzdem energiegeladen fühlen!

Organisieren Sie nicht nur dann einen Babysitter, wenn Sie Verpflichtungen haben. Sondern auch, um sich einfach mal ein romantisches Abendpicknick nur für zwei - mit allen Extras - zu gönnen. Sicher kennen Sie einen einsamen Ort dafür. Ansonsten kann ein Hotelbesuch in der eigenen Stadt sehr aufregend sein. Generell sind Heimlichkeiten oft sehr prickelnd - auch noch im Erwachsenenalter.

Sexlaune - morgens und am Wochenende

Manche Paare sind besonders morgens in ausgeprägter Sexlaune. Was spricht also dagegen, wenn Sie den Wecker mal ein bisschen früher stellen. So können Sie Ihren Partner mit einer geschenkten halben Stunde überraschen. Ein halber Tag Urlaub ist sicher auch ab und zu drin. Schließlich lohnt es sich. Gewöhnen Sie Ihre Kinder außerdem möglichst früh daran, öfter bei Großeltern oder Freunden zu übernachten. Das ist gut für deren Selbstständigkeit und für Ihren Freiraum.

Sex - zeigen Sie Zärtlichkeit

Bei allen berechtigten Bemühungen um Diskretion in Sachen Sex, sollten Sie Ihre Zärtlichkeit jedoch nicht vollständig vor Ihren Kindern verbergen. Denn es schadet ihnen keineswegs, wenn sie sehen, dass ihre Eltern liebevolle Berührungen und Blicke tauschen. Im Gegenteil. Zeigen Sie Ihren Kindern, was zu einer gesunden Partnerschaft gehört. Umarmen und küssen Sie sich und sagen Sie einander, dass Sie sich lieben. Kneten Sie Ihrem Partner die Schultern, wenn er verspannt ist und lassen Sie sich nach einem langen Tag die Füße massieren. Selbstverständlich auch, wenn die Kleinen dabei sind. So lernen sie, dass Zärtlichkeit etwas ganz Normales ist und gehen von Anfang an selbstverständlich damit um.