Ferran Adrià

Vom Tellerwäscher zum Kochkünstler: Der Werdegang von Ferran Adrià liest sich wie ein wahr gewordener Traum. Heute zieht der gebürtigen Katalane mit seiner Molekularküche viele Blicke auf sich. Beim Experimentieren im eigenen Labor isoliert Adrià unter anderem Geschmäcker und setzt sie hinterher neu zusammen. Das Ergebnis sind kuriose Gerichte wie Marzipansuppe oder gegrillte Melonenscheiben mit Tomatenragout und schwarzer Olivensauce.

Geboren am…

Geboren wird der Spanier, der mit vollem Namen Ferran Adrià Acosta heißt, am 14. Mai 1962 in L’Hospitalet de Llobregat bei Barcelona.

Wie alles begann

Adrià besucht im Alter von 14 Jahren das „Instituto Virgen de la Mercè“ in Barcelona. Mit dem Ziel vor Augen, später Wirtschaftswissenschaften zu studieren, beschäftigt er sich dort mit dem Schwerpunkt „Verwaltung“. Aus keinem ersichtlichen Grund bricht er 1980 die Schule für einen Urlaub auf Ibiza ab. Dafür muss jedoch zuerst noch Geld verdient werden. So entdeckt er seine Liebe für die Gastronomie als Tellerwäscher in einem kleinen Hotel in Castelldefels bei Barcelona. Mit etwas Geld im Gepäck reist er dann nach Ibiza und verbringt dort vier Monate. Auch hier arbeitet er in der Gastronomie. Zurück in Barcelona sammelt er Erfahrungen als Hilfskoch in diversen Restaurants, bis er mit 19 Jahren seinen Wehrdienst bei der Marine als Koch antritt. Nach seiner Marinezeit fängt er 1984 im Restaurant „El Bulli“ in Rosas an der spanischen Costa Brava an, wo er bis heute noch arbeitet.

Meilensteine seiner Karriere

1984 beginnt Ferran im Restaurant „El Bulli“ als Chef de Partie. Mit dem Ziel, aus dem Restaurant etwas Einmaliges zu machen, wird Adrià Chef de Cuisine. Und tatsächlich wurde „El Bulli“ bereits mehrfach zum besten Restaurant der Welt gekürt. Dies liegt vor allem an der Einzigartigkeit seiner Gerichte: Adrià ist bekannt als Vertreter der Molekularküche. So entstehen die Ideen zu seinen Menüs größtenteils im Chemielabor.

Auszeichnungen

„El Bulli“ erhält nicht nur 1998 den dritten Michelin-Stern, seit 2002 wurde es auch bereits drei Mal vom renommierten „Restaurant Magazine“ zum besten Restaurant der Welt gewählt. Im Jahr 2006 erhält Adrià als erster Koch überhaupt den „Lucky Strike Designer Award“ für seine ungewöhnliche Küche.

Kurioses

Im Rahmen der zwölften Documenta in Kassel, ist Adrià als Aussteller beteiligt. Allerdings sind weder er, noch sein Restaurant bei der Ausstellung wirklich präsent. Stattdessen werden an jedem Ausstellungstag willkürlich zwei Besucher ausgewählt, die für einen Abend an die Costa Brava fliegen dürfen. Dort werden sie – auf Kosten der Documenta – eine Abend lang im „El Bulli“ mit einem exklusiven Menü verwöhnt.

Spezialitäten

Im „El Bulli“ erleben die Gäste Außergewöhnliches: Adrià und sein Team greifen, neben althergebrachten Küchentechniken, auf Techniken aus der Chemie und Lebensmittelindustrie zurück und erzeugen auf diesem Weg Gerichte mit neuartigen Eigenschaften. So steht im „El Bulli“ nur Außergewöhnliches auf der Speisekarte: eine Muschel aus Gorgonzola-Eis mit Apfel-, Walnuss- und Sellerie-Füllung; Mandarinenbonbons mit Curry und Pistazie; Bonbons aus Olivenöl oder Kaviar aus Melonen. Und auch der Begrüßungscocktail – eine Holunderblüten-Margarita - kommt nicht flüssig, sondern in Baiserform auf den Tisch.

Was gibt’s sonst noch von ihm?

Im Zeitraum von Oktober bis März, wenn das Restaurant geschlossen ist, kann man Adrià und sein Team vorwiegend im „El Bullitaller“ finden, dem Atelier. Dort wird das Menü für die nächste Saison entworfen. In Barcelona und Madrid gibt es mittlerweile auch „El Bulli Catering“, für Menschen mit gehobenem Anspruch und gut gefüllter Geldbörse. So hat Adrià beispielsweise die Gäste auf der Hochzeit des spanischen Thronfolgers Felipe verköstigt. Anfang des 21. Jahrhunderts öffnete dann auch das erste „El Bulli“ 5-Sterne-Hotel in Sevilla seine Pforten, es sollen weitere folgen.

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