Krankheiten & Beschwerden

Arterielle Durchblutungsstörungen - Symptome

auch bezeichnet als: Durchblutungsstörungen der Schlagadern; Durchblutungsstörungen, arterielle; Durchblutungsstörungen

Arterielle Durchblutungsstörungen - Symptome

Arterielle Durchblutungsstörungen sind in den meisten Fällen die Folge einer fortschreitenden Arterienverkalkung (Arteriosklerose). Hierbei kommt es zu Ablagerungen in der Gefäßwand, die die Arterie verengen und sie in einem schleichenden Prozess allmählich verschließen. Blutgerinnsel, die an solchen Ablagerungen entstehen, können einen plötzlichen Gefäßverschluss mit nachfolgendem Herzinfarkt oder Schlaganfall hervorrufen. Arterielle Durchblutungsstörungen, die durch Arteriosklerose verursacht sind, führen vor allem am Herzen, den Beinen und im Gehirn zu schweren Erkrankungen, die im Folgenden kurz beschrieben werden.

Durchblutungsstörungen, die die Herzkranzgefäße betreffen, werden als koronare Herzkrankheit (KHK) bezeichnet. Wichtigstes Anzeichen hierfür ist ein Engegefühl in der Brust (Angina Pectoris), das sich vor allem bei körperlicher Belastung, also Laufen, Treppensteigen oder Sport bemerkbar macht. Man kann nicht mehr richtig durchatmen und hat das Gefühl, ein Panzer lege sich um den Brustkorb. Dieses Gefühl ist nicht nur beklemmend, sondern ruft häufig auch Angstgefühle hervor. Übelkeit kann hinzukommen. Wenn sich ein Herzkranzgefäß infolge eines Blutgerinnsels vollends verschließt, liegt ein lebensgefährlicher Herzinfarkt vor.

Durchblutungsstörungen der Beine werden unter dem medizinischen Fachbegriff periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) zusammengefasst. Andere gängige Bezeichnungen hierfür sind Schaufensterkrankheit, Claudicatio intermittens oder intermittierendes Hinken. Neben den Arterien der Beine sind häufig auch die Schlagadern in Bauch und Becken von einer Minderdurchblutung betroffen. Die Erkrankung wird je nach Beschwerden in vier Stadien nach Fontaine eingeteilt:
  • Im Stadium 1 bestehen noch keine Beschwerden, die Verengung der Arterien bleibt unbemerkt.
  • Im Stadium 2 schmerzen die Beine zunächst beim Gehen ab einer Strecke von 200 Metern. Sie zwingen den Erkrankten immer wieder zu Pausen beim Gehen, während derer die Schmerzen nachlassen. Auf diesem Symptom beruht die Bezeichnung "Schaufensterkrankheit", weil die Erholungspause durch den unauffälligen Halt vor einem Schaufenster getarnt wird. Mit der Zeit verkürzt sich die Strecke, die schmerzfrei zurückgelegt werden kann, immer mehr. Am Ende des zweiten Stadiums treten die Belastungsschmerzen schon bei einer Strecke unter 200 Metern auf.
  • Im Stadium 3 ist die Verengung der Arterien ist so weit fortgeschritten, dass die Schmerzen auch in Ruhe auftreten, und zwar besonders nachts, wenn die Beine hoch liegen.
  • Im Stadium 4 heilen selbst kleinste Verletzungen nur noch schlecht, offene Beine treten auf und schließlich sterben ganze Gewebeteile ab, die im schlimmsten Fall eine Amputation notwendig machen.
Durchblutungsstörungen, die das Gehirn betreffen, führen dazu, dass Gehirnzellen aufgrund des Sauerstoffmangels Schaden nehmen und absterben. Eine kurzzeitig unzureichende Durchblutung von Teilen des Gehirns verursacht eine so genannte transitorische ischämische Attacke (TIA), die in der Regel plötzlich beginnt und zwei bis 30 Minuten andauert. Ihre Symptome sind sehr unterschiedlich und hängen davon ab, welcher Gehirnbereich betroffen ist: Häufig erblindet ein Auge für kurze Zeit. Weiterhin möglich sind Doppeltsehen, undeutliches Sprechen, Benommenheit, Gleichgewichtsstörungen oder sogar Ohnmacht. Andere wiederum fühlen auf einer Körperseite plötzlich nichts mehr oder können Arm oder Bein nicht mehr bewegen. Eine solche ischämische Attacke muss sehr ernst genommen werden, da sie ein frühes Warnsignal für einen bevorstehenden Schlaganfall ist (siehe hierzu auch: Schlaganfälle und Vorbeugung).

Neben Durchblutungsstörungen, die infolge einer Arteriosklerose auftreten, gibt es auch noch seltener vorkommende Durchblutungsstörungen, die andere Ursachen haben. Hierzu gehört die Raynaud-Krankheit, bei der insbesondere die kleinen Arterien in Fingern und Zehen betroffen sind, die sich anfallsartig verkrampfen. Dabei wird die Haut blass, rötlichblau oder fleckig, verbunden mit Taubheit, Prickeln und einem brennenden Gefühl.

Beim Winiwarter-Buerger-Syndrom entzünden sich die arteriellen Gefäßwände, wodurch sie sich immer mehr verdicken und schließlich ganz verschließen. Betroffen sind hauptsächlich Männer zwischen 20 und 40 Jahren, die rauchen. Diese Erkrankung ist mit fortschreitenden Schmerzen in Händen, Armen, Füßen und Beinen verbunden.

Wann zum Arzt bei arteriellen Durchblutungsstörungen

Schon bei den ersten Anzeichen einer Durchblutungsstörung sollte ein Arzt aufgesucht werden. Allerdings verursachen arteriosklerotische Ablagerungen in den Blutgefäßen keine Schmerzen, so dass sie oft unbemerkt bleiben. Ab dem 35. Lebensjahr sollte daher jeder regelmäßig seine Blutfettwerte, seinen Blutdruck und seinen Blutzucker kontrollieren lassen. Diese Untersuchungen können im Rahmen des "Check-up 35" durchgeführt werden. Der "Check-up 35" gewährleistet Versicherten, die das 35. Lebensjahr vollendet haben, alle zwei Jahre eine ärztliche Gesundheitsuntersuchung zur Früherkennung von Krankheiten, insbesondere von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus sowie von Nierenerkrankungen.
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