Diagnose Krebs

Jeder zweite Mann und fast jede zweite Frau muss im Leben mit einer Krebsdiagnose rechnen. Krebs ist nach den Herz- und Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Jedes Jahr erkranken 490.000 Menschen an einer der mehr als 200 bekannten Krebsarten. 218.000 sterben jährlich daran. Im Durchschnitt erkranken sowohl Männer als auch Frauen im Alter von 69 Jahren. Die häufigsten Krebsarten hierzulande sind Darm-, Prostata- Brust und Lungenkrebs. Die Gesundheitsexperten der ellviva-Medizinredaktion klären über die Krankheit auf:
Von Anette Waber


Wie Krebs entsteht

Diagnose Krebs

Unser Körper erneuert sich täglich. Kommt es während der Zellteilung zu einem irreparablen Zellschaden, zerstört sich die betroffene Zelle in der Regel kontrolliert selbst. Kommt es hingegen nicht zu dieser Selbstzerstörung, teilt sich die beschädigte Zelle unkontrolliert weiter – ein Tumor entsteht. Krebszellen können in benachbartes Gewebe eindringen und über die Blutbahn Metastasen bilden.

Krebs-Risikofaktoren

Die Auslöser für die beschädigte Zellteilung kann nur selten exakt geklärt werden. Risikofaktoren spielen über das gesamte Leben hinweg eine Rolle, da sich bösartige Tumore über Jahrzehnte hinweg entwickeln können. Tabakrauch ist der mit Abstand wichtigste Verursacher von Krebs. Ein Viertel bis ein Drittel aller Krebserkrankungen mit Todesfolge ist auf das Rauchen zurückzuführen. Die im Rauch enthalten Nitrosamine, Benzone und polyzyklisch aromatischen Kohlenwasser sind besonders in Verbindung mit Alkohol krebsfördernd.

Krebs und Ernährung

Auch Ernährung spielt in der Krebsvermeidung eine große Rolle. Etwa 35 Prozent aller Krebsfälle, vor allem Tumore im Magen- und Darmbereich, können mit Karzinogenen (krebsfördernde Substanzen) in der Nahrung in Verbindung gebracht werden. Faktoren sind beispielsweise zu wenige Portionen Obst und Gemüse, ein erhöhter Alkoholkonsum oder viel rotes Fleisch im Speiseplan. Ballaststoffreiche Lebensmittel und pflanzliche Lebensmittel schützen den Verdauungstrakt, durch Substanzen wie Flavonoide, Folsäure, Isoflavonide, Isothiozyanate, Karotinoide, Vitamin E und C. Einfach- oder Zweifachzucker wie in Süßwaren und weißem Haushaltszucker hingegen wirken durch einen starken Insulin- und Glukoseanstieg im Blut krebsfördernd. Die Auswirkungen von Diabetes mellitus auf das Krebsrisiko sind noch weitgehend unerforscht. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass besonders das Risiko für Darm- und Leberkrebs bei Typ 2-Patienten erhöht ist.

Krebserkrankungen und die Folgen

Nicht jede Krebserkrankung verläuft tödlich. Dank verbesserter Therapiemöglichkeiten und der hohen Verbreitung von Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen kann inzwischen etwa jede zweite Krebserkrankung geheilt werden. Eine schwerwiegende Folge einer Krebserkrankung ist eine Mangelernährung (Tumorkachexie), in der Regel einhergehend mit Gewichtsverlust. Das Geschmacks- und Geruchsempfinden von Krebspatienten kann gestört sein. Häufig sind auch Schmerzen, Depressionen oder Auswirkungen der Therapie für einen Appetitverlust verantwortlich. Schon fünf Prozent Gewichtsverlust reduziert die Überlebenschance deutlich. Daher ist eine Ernährungstherapie sinnvoll, um eine Mangelernährung nicht entstehen zu lassen. Positive Effekte bringt körperliche Aktivität. Das Immunsystem wird gestärkt, Stress und Angst kann abgebaut werden und auch die Kommunikation der Patienten kann durch Sport und Bewegung gefördert werden.

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