Wirkstoff-Information
Der Keuschlamm, botanisch Vitex agnus-castus, ist ein Strauch mit pfefferartig schmeckenden Früchten; daher wird die Pflanze auch Mönchspfeffer genannt. Die Früchte enthalten Glykoside, Flavonoide, ätherische Öle sowie fette Öle.

Tierversuche zeigen, dass Extrakte aus getrockneten Keuschlammfrüchten eine milde hormonartige Wirkung haben. Sie können ein gestörtes Gleichgewicht zwischen den weiblichen Geschlechtshormonen Östrogen und Progesteron wiederherstellen und auf diese Weise Zyklusbeschwerden lindern. Hormonschwankungen zu Beginn der Wechseljahre werden ebenfalls positiv beeinflusst, daher dienen Extrakte aus Keuschlammfrüchten auch als pflanzliches Mittel zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden.

Inhaltsstoffe des Keuschlamms ahmen zudem den Nervenbotenstoff Dopamin nach (dopaminerge Wirkung). Im Gehirn, genauer der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), bewirken die Keuschlamm-Substanzen eine Hemmung der Ausschüttung des Hormons Prolaktin. Dieses Hormon regelt bei einer Schwangerschaft die Milchproduktion, kann aber im normalen weiblichen Zyklus einige Tage vor Einsetzen der Monatsblutung Beschwerden verursachen wie Brustspannung, Gereiztheit, Kopfschmerzen sowie eine vermehrte Wassereinlagerung, die unter dem Begriff prämenstruelles Syndrom zusammengefasst werden. Keuschlammfrüchte lindern diese Beschwerden durch Absenkung der Prolaktin-Konzentration.

Lesen Sie auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe pflanzliche Mittel zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden, zu welcher der Wirkstoff Keuschlammfrüchte gehört.
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