Karies Symptome

auch bezeichnet als: Caries dentium, Zahnfäule, Zahnfäulnis, Zahnkaries
Karies ist nach wie vor ein gravierendes Gesundheitsproblem. Etwa 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen haben Karies, bei den Erwachsenen sind es noch wesentlich mehr. Zahnärzte sprechen von weit über 90 Prozent, einige sagen sogar, fast jeder Erwachsene habe Karies.

Umgangssprachlich sprechen wir von Karies, wenn Löcher in den Zähnen entstehen. Dieser Prozess verläuft in zwei Stadien.

Karies ist eine Erkrankung des sogenannten Zahnhartgewebes, also von Zahnschmelz und Zahnbein (Dentin). Karies beginnt zunächst als sogenannte Kariesvorstufe (Initialkaries) mit Entkalkungen, die nur auf den Zahnschmelz begrenzt sind. Diese Entkalkungen - man spricht auch von Entmineralisierungen - sind als weiße Flecken (white spots) auf den Zähnen erkennbar. Lagern sich nun Farbpigmente aus der Nahrung ein, werden diese Flecken dunkel. Die Zähne können zu diesem Zeitpunkt noch durch geeignete Medikamente und eine geeignete Ernährung wieder mit Mineralstoffen versorgt (remineralisiert) werden. Das stoppt das Fortschreiten der Karies und rettet den Zahnschmelz.

Wenn diese Kariesvorstufe nicht gezielt behandelt wird, greift die Karies auf das Zahnbein (Dentin) über ? aus der Kariesvorstufe wird Karies. Karies verursacht ? im Gegensatz zur Vorstufe - in vielen Fällen Zahnschmerzen, die als Warnsignal ernstgenommen werden sollten.

In diesem Stadium zeigen sich sichtbare Kariesschäden in der Regel zunächst an den Furchen der Kauflächen, am Zahnfleischansatz sowie an den Kontaktflächen benachbarter Zähne. Diese ersten Schäden sind auf die Grenze zwischen Zahnbein und Zahnschmelz begrenzt. Doch nur für kurze Zeit: Da das Zahnbein wesentlich weicher als der Zahnschmelz ist, breitet sich die Karies unterhalb der Schmelz-Zahnbein-Grenze rasch aus. Wird diese Entkalkung nicht aufgehalten, wird das Zahnbein großflächig zerstört. Der so durchlöcherte Zahnschmelz wird immer weniger widerstandsfähig und kann an den Rändern des kariösen Defektes beim Kauen plötzlich wegbrechen. Viele Betroffene nehmen erst jetzt die Karies wahr, obwohl sie schon seit längerer Zeit besteht.

Im weiteren Verlauf greift Karies das Zahnmark (Zahnpulpa) an. Von einer tiefen Zahnkaries (Caries profunda) spricht der Zahnarzt, wenn die Kariesschäden schon mehr als zwei Drittel der Zahnbeinsubstanz in Richtung des Zahnmarkes vorgedrungen sind. Bei der durchdringenden Zahnfäule (Caries penetrans) reicht die Karies sogar bis zur Zahnwurzelspitze.

Unbehandelt führt Karies zum fauligen Zerfall der gesamten Zahnsubstanz. Der Zahnzerstörungsprozess kann sogar auf das den Zahn umgebende Kieferknochengewebe übergreifen.

Häufig muss der Zahnarzt betroffene Zähne entfernen. Wegen der dann fehlenden seitlichen Abstützung kippen die Nachbarzähne langsam in die Lücke. Damit entstehen neue Probleme:
  • 1. Die Zahnabstände werden größer. Damit können Speisereste leichter im Gebiss hängenbleiben und die Grundlage neuer Kariesherde bilden.
  • 2. Wenn mehrere Zähne gezogen wurden und viele Abstände entstehen, leidet die Funktionsfähigkeit des Gebisses. Denn gekippte Zähne können nicht mehr richtig belastet werden und lockern sich frühzeitig - die Gefahr weiterer Zahnverluste besteht.
  • 3. Ein Lückengebiss ist anfälliger für Zahnbetterkrankungen (sogenannte Parodontopathien, zum Beispiel Parodontitis).
Stark ausgeprägte Zahnkaries, die lange unbehandelt bestehen bleibt, kann zusätzlich zu Eiteransammlungen (Abszessen) im Kieferbereich und Knochenmarkentzündungen (Osteomyelitis) führen, die in extremen Fällen sogar tödlich enden kann.

Wann zum Arzt bei Karies

Suchen Sie spätestens bei Zahnschmerzen immer einen Zahnarzt auf. Auch an- und abschwellende Empfindungen an den Zähnen oder im Zahnfleisch (Zahnpuckern) sowie unangenehmes Ziehen in den Zähnen erfordern eine zahnärztliche Abklärung. Dies gilt insbesondere, wenn es zusätzlich zu Fieber und Kopfschmerzen kommt.

Ein Zahnarztbesuch ist desweiteren bei folgenden Beschwerden anzuraten:
  • weißen Flecken auf den Zähnen
  • bräunlichen Zahnverfärbungen
  • Schwierigkeiten beim Kauen
  • sichtbaren Löchern in den Zähnen
  • lockeren Zähnen
  • abbröckelnden Zähne.
Um Beschwerden vorzubeugen, sollten Sie regelmäßig zwei Mal im Jahr zahnärztliche Kontrolluntersuchungen wahrnehmen.

Andere im Zusammenhang mit Karies relevante Anwendungsgebiete