Herpes an den Geschlechtsorganen (auch Genitalherpes oder Herpes genitalis genannt) ist eine Virus-Erkankung, die durch Herpes-Simplex-Viren vom Typ II ausgelöst wird. Herpes simplex Viren vom Typ I zeigen sich zu 90 Prozent oberhalb der Gürtellinie und sind fast immer Erreger des
Lippenherpes (Herpes labialis). Herpes simplex Viren Typ II verursachen zu 90 Prozent Erkrankungen unterhalb der Gürtellinie, vor allem im Anal- und Genitalbereich. Geschlechtsherpes ist eine der am häufigsten sexuell übertragenen Erkrankungen überhaupt. Schätzungen gehen davon aus, dass 30 bis 50 Prozent der Menschen mit dem Genitalherpes-Virus infiziert sind.
Herpes genitalis äußert sich durch Brennen und
Schmerzen an den Geschlechtsorganen. Es folgen Bläschen und typische herpesartige Geschwüre an Schamlippen, Gebärmuttermund und
Vagina bei den Frauen beziehungsweise an Eichel und Penisschaft bei den Männern. Häufig ist auch die Region bis zum
After betroffen. Typisch ist zudem eine teilweise beidseitige Schwellung der örtlichen Lymphknoten.
Nach der erstmaligen Infektion mit den Herpesviren verbleiben diese im Körper. Genitalherpes kann daher immer wieder auftreten. Die Häufigkeit ist sehr unterschiedlich. Bei manchen Betroffenen liegen Jahre zwischen zwei Ausbrüchen, bei anderen kommt es monatlich zu wiederholten Infektionen.
Schwangere mit Herpes genitalis können die Krankheit während Schwangerschaft und Entbindung auf den Säugling übertragen. Zum Neugeborenen-Herpes kommt es bei etwa einer von 7.500 Geburten. Beim infizierten Kind besteht die Gefahr schwerer Folgeerkrankungen, wie einer Gehirnentzündung. Bei einer Erstinfektion der Mutter mit dem Herpesvirus während der Schwangerschaft kommt es in bis zu 50 Prozent der Fälle zu einer Fehlgeburt.