Heilfasten - Grenzen und Risiken

Heilfasten muss nicht unbedingt gesund sein. Auch die Theorie der Entschlackung des Körpers ist ein Mythos.
Von Peter Sadler
Um das Thema Heilfasten ranken sich Mythen. Der beliebtesten Mythos ist der vom Entschlacken. Doch Heilfasten kann auch mit gesundheitlichen Risiken verbunden sein.

Wer kennt das nicht? Nach der Karnevals-Völlerei kommen das schlechte Gewissen und mit der Fastenzeit der Wunsch, seinen Körper von innen zu reinigen beziehungsweise zu entgiften, abzunehmen oder zu entschlacken. Was die Anhänger des Heilfastens häufig nicht bedenken ist, dass man damit unter Umständen genau das Gegenteil als eine Entgiftung und Gesundung des Körpers erreicht.

 

Was sind Schlacken?

Noch nicht einmal Anhänger des Heilfastens sind sich einig, worum es sich bei „Schlacken“ genau handeln soll. Die einen reden von „Zwischenprodukten eines unvollständigen Eiweißstoffwechsels“ und andere von „Abbaustufen der Naturfette“. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) steht Heilfasten daher als Maßnahme zur Gewichtsreduktion eher kritisch gegenüber: „Der in Zusammenhang zum Heilfasten immer wieder genannte Begriff „Entschlacken“ ist wissenschaftlich nicht begründbar. In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlung von Schlacken und Ablagerung von Stoffwechselprodukten. Nicht verwertbare Stoffe werden bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über den Darm und die Nieren ausgeschieden.“ Aus dem gleichen Grund helfen auch keine Entschlackungs- oder sogenannten Detox-Getränke. Dazu sagt Professor Dr. Simon Brooks vom Zentrum für menschliche Physiologie in Adelaide (Australien): „Es ist also Quatsch zu denken, man könne die Entgiftung mit irgendwelchen Wundermittelchen beschleunigen“

Warum kann Heilfasten gefährlich sein?

Heilfasten in Form des Heraushungerns von Fettgewebe kann sogar das Gegenteil einer Entgiftung bewirken. In einer Studie der Laval University in Québec (Kanada) haben Wissenschaftler fettleibige Patienten untersucht. Die Teilnehmer der einen Studiengruppe versuchten abzunehmen, indem sie sich einer Magenverkleinerung unterzogen. Zwar verloren diese im Durchschnitt etwa 45 Prozent ihres Körpergewichts. Auf der anderen Seite wurden höhere Schadstoffwerte in ihrem Blut festgestellt. „Die chlororganischen Verbindungen nahmen um 388 Prozent zu“ sagt Studienleiter Professor Dr. Normand Tesdale. Das sind Giftstoffe, wie wir sie beispielsweise durch den Verzehr von gespritztem Gemüse oder Obst zu uns nehmen. Die Teilnehmer der anderen Studiengruppe unterzogen sich lediglich einer kalorienreduzierten Diät. Diese nahmen weniger ab. Andererseits waren deren Giftwerte nur um 20 bis 50 Prozent erhöht. Heilfasten führt also zur Überschwemmung unseres Körpers mit Giften. Gesund ist das nicht.

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