Folsäuremangel Symptome

auch bezeichnet als: Vitamin-B9-Mangel, Folatmangel, Vitamin-B11-Mangel, Vitamin-M-Mangel, Pteroylglutaminsäuremangel, Pteroylglutamatmangel

Folsäuremangel gehört zu den sogenannten Vitamin-B-Mangel-Erkrankungen. In diesem Fall fehlt es dem Körper an Folsäure (beziehungsweise Vitamin B9).

Symptome eines Folsäuremangels sind:

  • Blässe
  • Leistungseinschränkung
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • depressive Verstimmungen
  • Schlaflosigkeit
  • Reizbarkeit
  • Vergesslichkeit
  • Atembeschwerden
  • vermehrte Blutungsneigung mit Schleimhautblutungen
  • punktförmige Blutungen in der Haut und Blutergüsse (Hämatome)
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Veränderungen der Mundschleimhaut
  • entzündete, gerötete Zunge
  • Magenschleimhautentzündungen
  • Darmschleimhautentzündungen
  • Durchfall
  • Gewichtsabnahme infolge gestörter Nährstoffaufnahme in den Körper.
Folgende Störungen weisen auf einen ausgeprägten Folsäuremangel hin:
  • Störungen des Nervensystems mit Gedächtnisverlust und verzögerter Denkleistung
  • Wachstumsstörungen bei Kindern
  • Fortpflanzungsstörungen. Bei Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch kann ein Folsäuremangel die Schwangerschaft verhindern.
Neben diesen Beschwerden besteht ein erhöhtes Risiko für Arteriosklerose (umgangssprachlich Gefäßverkalkung). Arteriosklerose wiederum kann Durchblutungsstörungen insbesondere im Herz, im Gehirn und in den Beinen verursachen.

Vitamin B9 (früher auch als Vitamin B11 oder Vitamin M bezeichnet) wird auch Pteroylglutaminsäure oder Pteroylglutamat genannt; die heute gebräuchliche Bezeichnung ist Folsäure beziehungsweise Folat. Folsäure ist ein besonders wichtiges Vitamin. Wir benötigen sie zur Teilung und Ausreifung der Blutplättchen sowie der weißen und roten Blutkörperchen. Darum beeinflusst ein Folsäuremangel auch das Blutbild. Die fehlende Ausreifung der Blutzellen bewirkt:
  • bei den weißen Blutkörperchen eine verminderte Leistung der körpereigenen Abwehr (Abwehrschwäche)
  • bei den Blutplättchen eine verringerte Blutgerinnung (mit erhöhter Neigung zu Blutergüssen)
  • bei den roten Blutkörperchen eine Blutarmut (Anämie). Diese besondere Anämieform wird als Folsäuremangelanämie bezeichnet. Ausführliche Informationen dazu finden Sie unter Blutarmut.
Desweiteren benötigen wir Folsäure unbedingt für die Herstellung der Erbsubstanz, der sogenannten DNS oder DNA. Aus diesem Grund ist eine ausreichende Folsäureversorgung insbesondere vor und während der Schwangerschaft sehr wichtig. Aufgrund eines Folsäuremangels bringen in Europa auch heute noch jedes Jahr Tausende von schwangeren Frauen Kinder mit Neuralrohr-Erkrankungen (Anlagestörungen des Zentralnervensystems) wie Spina bifida (umgangssprachlich "offener Rücken") zur Welt. Diese Erkrankung führt bei den betroffenen Kindern in der Regel zu schweren körperlichen und geistigen Behinderungen. Bei der schwersten Form der Neuralrohrdefekte, der sogenannten Anenzephalie, fehlen sogar große Teile des Gehirns und des Schädelknochens. In diesem Fall stirbt das Kind meist schon während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt. Angeborene Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten können ebenfalls auf einen Folsäure-Mangel zurückzuführen sein. Auch das Frühgeburten-Risiko erhöht sich durch einen Folsäuremangel.

Außerdem ist Folsäure für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wichtig. Möglicherweise beeinflusst eine hohe Folsäurezufuhr den Verlauf dieser Krankheiten positiv, indem sie beim Abbau des Homocysteins beteiligt ist. Homocystein ist eine sogenannte Aminosäure (ein Eiweißbaustein), die dem Herz-Kreislauf-System schaden kann.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Aufnahme von etwa 400 Mikrogramm Folsäure. Frauen mit Kinderwunsch sollten täglich etwa 600 Mikrogramm zu sich nehmen. Für schwangere Frauen und stillende Mütter werden sogar 800 Mikrogramm pro Tag empfohlen. Zum Vergleich: In Deutschland nehmen etwa zwei Drittel der Erwachsenen durchschnittlich nur weniger als 300 Mikrogramm Folsäure täglich auf. Aus diesem Grund fordern immer mehr Kinderärzte und auch einige Gesundheitspolitiker, dass Mehl (ausgenommen Vollkornmehl) Folsäure zugefügt wird. Auf diese Weise soll kindlichen Fehlbildungen - wie dem offenen Rücken - vorgebeugt werden. Diesbezügliche Erfahrungen gibt es bereits in den USA und in Kanada. Dort ist ein Folsäurezusatz im Mehl gesetzlich vorgeschrieben. Seit dem werden in diesen Ländern nur noch etwa halb so viele Kinder mit Nervensystem-Missbildungen wie der Spina bifida oder einer Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte geboren.

Folsäure gehört wie die anderen B-Vitamine und Vitamin C (siehe auch Vitamin-C-Mangel) zu den wasserlöslichen Vitaminen. Es gibt acht B-Vitamine, die durch unterschiedliche Zahlen oder eigene Namen bezeichnet werden. Jedes B-Vitamin erfüllt in unserem Körper eine andere Aufgabe, viele der Vitamine ergänzen sich auch in ihrer Wirkung. Darum kann ein Vitamin-B-Mangel verschiedene Beschwerden verursachen. Informationen über die einzelnen B-Vitamine und deren Vitamin-B-Mangel-Symptome finden Sie unter Vitamin B1, Vitamin B2, Vitamin B3, Vitamin B5, Vitamin B6, Vitamin B12 und Biotin.

Wann zum Arzt bei Folsäuremangel

Müdigkeit, Mattigkeit, Abgeschlagenheit sowie Blutarmut mit Blässe, Leistungsschwäche und Konzentrationsabfall können auf einen Folsäuremangel, aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen. Wenn diese Beschwerden länger als drei bis fünf Tage anhalten sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Der Arzt wird das Blutbild kontrollieren um festzustellen, woher diese Beschwerden kommen.

Ein Arztbesuch ist ebenfalls erforderlich bei:
  • depressiven Verstimmungen, Reizbarkeit und Vergesslichkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Atembeschwerden
  • vermehrter Blutungsneigung mit Schleimhautblutungen, punktförmigen Blutungen in der Haut und Blutergüssen (Hämatome)
  • erhöhter Infektanfälligkeit
  • Zungen- und Mundschleimhautveränderungen jeglicher Art
  • häufigem Durchfall
Ein Arztbesuch ist in jedem Fall erforderlich, wenn Sie zusätzlich ungewollt Gewicht verlieren.

Bei Herzbeschwerden, Kurzatmigkeit, Schmerzen beim Gehen sowie Gedächtnisverlust beziehungsweise Gedächtnislücken und Orientierungslosigkeit muss in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Häufiger als ein Folsäuremangel sind ernste Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems für diese Beschwerden verantwortlich.

Frauen mit Kinderwunsch sowie Frauen in der Schwangerschaft oder Stillzeit sollten regelmäßig vom Arzt ihren Folsäure-Haushalt überprüfen lassen.

Andere im Zusammenhang mit Folsäuremangel relevante Anwendungsgebiete