Medikamenten-Information

Fentanyl 1A Pharma 12µg/h / -25µg/h / -37,5µg/h / -50µg/h / -75µg/h / -100µg/h Matrixpflaster - Dosierung

Hier finden Sie die Dosierungsanleitung für Fentanyl 1A Pharma 12µg/h / -25µg/h / -37,5µg/h / -50µg/h / -75µg/h / -100µg/h Matrixpflaster, gegebenenfalls ergänzt um Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen.
Inhaltsverzeichnis: Fentanyl 1A Pharma 12µg/h / -25µg/h / -37,5µg/h / -50µg/h / -75µg/h / -100µg/h Matrixpflaster
Hersteller: 1A Pharma GmbH
Wirkstoff: Fentanyl

Dosierung für Fentanyl 1A Pharma 12µg/h / -25µg/h / -37,5µg/h / -50µg/h / -75µg/h / -100µg/h Matrixpflaster

Die Matrixpflaster werden üblicherweise nicht zur Erstbehandlung von Schmerzpatienten verwendet. Sie kommen in der Regel erst dann zum Einsatz, wenn opioide Schmerzmittel zum Einnehmen oder Spritzen nicht mehr helfen, die Schmerzen wirksam zu lindern. Bei der Umstellung wird der Arzt die Dosierung zu Anfang anhand des bisherigen Bedarfs an Schmerzmitteln sowie der Stärke der Schmerzen bemessen.

Die erforderliche Fentanyl-Dosierung muss grundsätzlich individuell angepasst und regelmäßig während der Behandlung ärztlich überprüft werden. Dazu liegen dem Arzt entsprechende Tabellen und Dosierschemata vor.

Bei Patienten, die vorher nicht mit stark wirksamen Schmerzmitteln behandelt wurden, sollte die Anfangsdosis 12,5 bis 25 Mikrogramm pro Stunde nicht überschreiten.

Im Allgemeinen gelten folgende Regeln:

  • Nahm der Patient bisher Schmerzmitteldosen entsprechend 45 Milligramm Morphin pro Tag, beginnt die Behandlung mit dem Fentanyl-Pflaster mit einer Freisetzungsrate von 12,5 Mikrogramm/Stunde.
  • Bei einem bisherigen Schmerzmittelbedarf entsprechend 45 bis 90 Milligramm Morphin pro Tag sollte die Behandlung mit zwei Fentanyl-Pflastern mit einer Freisetzungsrate von je 12,5 oder einem Pflaster mit 25 Mikrogramm/Stunde begonnen werden.

In den ersten zwölf Stunden nach dem Wechsel zum Fentanyl-Pflaster erhält der Patient noch sein bis dahin verabreichtes Schmerzmittel in der bisherigen Dosis, in den nächsten zwölf Stunden nur noch nach Bedarf. Bei einer Umstellung von anderen Schmerzmitteln auf Fentanyl-Pflaster kann der maximale schmerzhemmende Effekt erst nach 24 Stunden beurteilt werden.

Wenn die schmerzstillende Wirkung von Fentanyl auch nach der Anpassungsphase nicht ausreicht, kann die Dosis nach drei Tagen erhöht werden, bis die erwünschte Wirkung für den jeweiligen Patienten erreicht ist. Eine zusätzliche Dosisanpassung sollte normalerweise in 25 Mikrogramm pro Stunde-Schritten und bei ärztlicher Überwachung erfolgen. Um Schmerzspitzen oder Schmerzdurchbrüche zu vermeiden können zusätzlich schnell wirkende Schmerzmittel erforderlich sein. Weitere oder alternative Methoden der Schmerzbekämpfung sollten vom Arzt in Betracht gezogen werden, wenn eine Fentanyl-Matrixpflaster-Dosis von 300 Mikrogramm pro Stunde überschritten wird.

Bei einer länger andauernden Anwendung der Pflaster dürfen diese nicht plötzlich abgesetzt werden. Infolge einer abrupten Beendigung der Behandlung oder plötzlicher Dosisverminderung beziehungsweise einer Behandlungsumstellung sind Entzugssymptome wie Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Angst und Muskelzittern möglich. Soll die Behandlung beendet werden, ist die Dosis schrittweise zu verringern. So wird das Risiko von Entzugssbeschwerden verringert.

Entzugserscheinungen sind auch beim Wechsel von einer Langzeitbehandlung mit Morphin zu Fentanyl in Pflasterform möglich. Im Fall von Entzugserscheinungen wird empfohlen, diese mit kurzwirksamem Morphin in niedrigen Dosen zu behandeln.

Wird die Behandlung mit Fentanyl-Pflastern auf ein anderes stark wirksames Schmerzmittel umgestellt, sollte die Behandlung mit dem stark wirksamen Schmerzmittel in langsam ansteigender Dosierung erfolgen. Das ist wichtig, da sich die Blutkonzentration von Fentanyl nach Entfernen des Pflasters nur allmählich verringert. Mit der Hilfe der Schmerzbeurteilung durch den Patienten kann der Arzt die Dosis individuell anpassen.

Kommen wir nun zum Aufkleben der Pflaster:

  • Die Pflaster sind einzeln in Aluminiumbeuteln verpackt. Legen Sie sich ein original verpacktes Pflaster bereit.
  • Wählen Sie zum Aufkleben möglichst eine Stelle an Brust, Oberarm oder Rücken.
  • Achten Sie darauf, dass die zu beklebende Stelle kürzlich nicht bestrahlt wurde oder Hautreizungen aufweist. Dadurch würde sich der Übergang des Wirkstoffs in das Blut verändern. 
  • Die zu beklebende Stelle sollte unbehaart sein. Gegebenenfalls entfernen Sie Haare bitte mit einer Schere, keinesfalls mit einem Rasierer! Eine Rasur würde die Haut zu stark reizen.
  • Die für das Aufkleben des Pflasters ausgewählte Hautstelle darf außerdem nicht mit kosmetischen Produkten wie Cremes, Öle, Lotion oder Puder behandelt werden, dies könnte die Klebefähigkeit des Pflasters beeinträchtigen.
  • Reinigen Sie die Haut vor dem Aufkleben vorsichtig mit sauberem Wasser (keine Reinigungsmittel verwenden!) und trocknen Sie sie gut ab.
  • Nehmen Sie ein bereitgelegtes Pflaster aus der Verpackung und entfernen Sie die Schutzfolie.
  • Kleben Sie anschließend das Pflaster auf das zuvor gewählte und vorbereitete Hautareal im Bereich des Oberkörpers auf.
  • Das Pflaster wird dazu mit leichtem Druck der flachen Hand (etwa 10 bis 30 Sekunden lang) aufgedrückt.
  • Bei kleinen Kindern sollten Sie das Pflaster auf dem Rücken aufbringen, damit die Kinder das Pflaster nicht selber entfernen können.

Da das Pflaster nach außen hin durch eine wasserdichte Abdeckfolie geschützt wird, können Sie es auch beim Duschen tragen. Gelegentlich kann eine zusätzliche Fixierung des Pflasters (etwa mit einer Haftbinde) erforderlich sein.

Achtung!

Bei äußerer Wärmezufuhr oder Fieber erhöht sich die Wirkstoffkonzentration im Blut (möglicherweise bis zu einer tödlichen Dosis). In diesen Situationen muss die Dosierung vom Arzt angepasst beziehungsweise verringert werden. Achten Sie unbedingt darauf, die Stelle, an der das Pflaster angebracht wurde, keinen Wärmequellen auszusetzen. Dazu gehören unter anderem Heizkissen und -decken, geheizte Wasserbetten, Wärme- oder Bräunungsstrahler, intensive Sonnenbäder, Wärmflaschen, Sauna und ausgedehnte heiße (Whirlpool-)Bäder.

Hinweise zum Pflasterwechsel

Ein Wechsel des Pflasters sollte nach 72 Stunden erfolgen. Falls im Einzelfall die schmerzstillende Wirkung deutlich nachlässt und ein Wechsel früher erforderlich ist, müssen mindestens 48 Stunden nach der letzten Applikation vergangen sein. Kürzere Zeitabstände sollten Sie unbedingt vermeiden. Ansonsten könnte sich der Wirkstoff im Organismus lebensgefährlich anhäufen.

Wählen Sie zum Aufkleben des neuen Pflasters jeweils eine andere Hautstelle. Die alte Hautstelle kann sieben Tage nach Entfernen des Pflasters erneut benutzt werden.

Wenn sich nach Abziehen des Pflasters Rückstände auf der Haut befinden, können Sie diese mit reichlich Wasser und Seife entfernen. Reinigen Sie die Hautstelle jedoch keinesfalls mit Alkohol oder anderen Lösungsmitteln. Diese könnten - bedingt durch die Pflasterwirkung - durch die Haut in den Blutkreislauf eindringen. 

Hinweise für besondere Patientengruppen

Der Wirkstoff Fentanyl wird in der Leber abgebaut und über die Niere ausgeschieden. Daher ist die Dosis bei Leberfunktionsstörungen und/oder Nierenschwäche gegebenenfalls vom Arzt zu vermindern. Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsschwäche sollten während der Behandlung regelmäßig ärztlich überwacht werden.

Ältere Patienten sollten ebenfalls sorgfältig vom Arzt beobachtet werden. Gegebenenfalls muss der Arzt in dieser Altersgruppe die Fentanyl-Dosis verringern.

Die genaue Dosis für Kinder ermittelt der Arzt individuell. Das Matrixpflaster mit der kleinsten verfügbaren Freisetzungsrate von 12,5 Mikrogramm pro Stunde ist insbesondere für die Behandlung von Kindern geeignet. Die Pflaster dürfen jedoch nur dann verordnet werden, wenn Kinder zuvor mit mindestens 30 Milligramm eines Morphin-ähnlichen Wirkstoffs pro Tag behandelt worden sind. Kinder im Alter von 2 bis 16 Jahren sollten während der Behandlung besonders sorgfältig und regelmäßig vom Arzt untersucht werden.

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