Sandwichkind - zwischen den Stühlen

Sandwichkinder sitzen oft zwischen allen Stühlen. Seine Position innerhalb der Familie muss es sich erst erkämpfen.
Von Sabine Haas
Sandwichkinder sitzen oft zwischen den Stühlen
Sandwichkinder sitzen oft zwischen den Stühlen
Erstgeborene(r) und Nesthäkchen – das älteste und das jüngste Kind haben in der Familie klare Rollen. Doch wie sieht es mit dem mittleren Kind aus? Die sogenannten Sandwichkinder befinden sich in einer ganz besonderen Lage - so werden sie ihnen als Eltern gerecht.
 
Das jüngere Kind von zwei Geschwistern genießt die Position des Nesthäkchens. Als der oder die Kleine wird es von den Eltern verwöhnt und vor dem älteren Geschwister verteidigt. Dadurch fühlt sich das erstgeborene Kind zunächst meist bedroht und im übertragenen Sinne vom Thron gestürzt. Ähnlich ergeht es auch dem zweitgeborenen Kind, sobald ein weiteres Geschwisterchen hinzukommt. Allerdings ist die Gesamtsituation des Sandwichkindes eine andere.

Sandwichkind - zwischen den Stühlen

Geht die Rolle des Nesthäkchens vom zweiten Kind auf ein drittes über, befindet sich das mittlere Kind auf einmal in einer völlig veränderten Lage: Es scheint nun zwischen allen Stühlen zu sitzen und muss für sich selbst eine ganz neue Position innerhalb der Familie erkämpfen. Weder ist es das große, vernünftige Kind, noch das kleine, süße Nesthäkchen. Leicht kann es jetzt geschehen, dass sich das mittlere Kind wie das berühmte fünfte Rad am Wagen fühlt - überflüssig. Doch soweit muss es nicht kommen, wenn die Eltern dem Kind helfen, seinen neuen Platz in der Familienhierarchie einzunehmen. Wie Sie Ihr Kind dabei unterstützen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

Sandwichkinder müssen  die eigene Stellung finden

Gegenüber den Eltern verhalten sich Sandwichkinder kurz nach der Geburt des dritten Kindes ähnlich, wie das älteste Kind nach der Geburt des zweiten: Sie sind eifersüchtig, fühlen sich vernachlässigt und können in längst überwundene Verhaltensmuster wie Daumenlutschen zurückfallen. Einige Sandwichkinder nehmen sich in der neuen Situation sehr zurück, sie wirken unauffällig und schüchtern. Andere hingegen werden besonders lebhaft, als wollten sie durch auffälliges Verhalten die Aufmerksamkeit der Eltern auf sich ziehen.

Auch die Beziehung zwischen dem ältesten und dem mittleren Kind verändert sich durch ein drittes Geschwisterchen. Entweder kann die Ankunft des Neulings die beiden älteren Kinder enger zusammenschweißen - sie sind dann beide „die Großen". Das verbessert zwar die Beziehung zwischen dem ersten und dem zweiten Kind, allerdings kann deren Bindung zum Nesthäkchen dadurch geschwächt werden. Eine andere Möglichkeit ist, dass sich das älteste Kind stark für das jüngste verantwortlich fühlt und sich darauf fixiert. Dann gerät das mittlere Kind automatisch in die Außenseiterrolle. Dass sich das Sandwich-Kind mit dem Nesthäkchen gegen den Erstgeborenen verschwört kommt eher selten vor. Schließlich wurde das mittlere Kind vom jüngsten „entthront" - deshalb ist zwischen diesen beiden meist eine stärkere Rivalität vorhanden.

Sandwichposition - die positiven Seiten

Die teilweise schwierige Lage in der mittlere Kinder aufwachsen, hat aber durchaus auch ihr Gutes: Sandwichkinder entwickeln sich meist zu regelrechten Diplomaten. Sie lernen früh, Kompromisse einzugehen und Streitigkeiten zwischen den Geschwistern zu schlichten. Außerdem fällt es mittleren Kindern leicht, Freundschaften aufzubauen. Sie sind oftmals sehr kontaktfreudig und verständnisvoll. Oft verfügen sie über einen großen Freundes- und Bekanntenkreis.